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Die Schweizerische Nationalbank bescheinigt den Banken robuste Kapitalpuffer und eine intakte Kreditvergabe. Für Schweizer KMU heisst das: Der Finanzierungszugang bleibt 2026 stabil, doch die Risikoprüfung der Banken wird strenger. Wer diese Mechanik versteht, verhandelt bessere Konditionen.

Kein Engpass, aber schärfere Prüfung

Die Schweizerische Nationalbank veröffentlichte am 2. Juli ihren Bericht zur Finanzstabilität 2026. Das Fazit: Der Bankensektor ist insgesamt gut aufgestellt. Die Dynamik am Kreditmarkt bleibt hoch, das Kreditwachstum hat sich sogar beschleunigt. Die Einführung von Basel III final im Januar 2025 erhöhte zwar die regulatorischen Anforderungen an die Kreditvergabe. Das Wachstum der ausstehenden Kredite hat das aber nicht gebremst.

Für Ihr KMU heisst das zunächst: Es gibt keine Kreditklemme. Wie eine Einordnung von investrends.ch zeigt, bleiben Schweizer Banken widerstandsfähig und vergabefähig. Gleichzeitig kalkulieren Banken wegen höherer Eigenkapitalanforderungen strenger. Wer jetzt eine saubere Bonitätsdokumentation vorlegt, verhandelt bessere Konditionen als Unternehmen mit lückenhaften Unterlagen.

Wo die Banken selbst unter Druck stehen

Bei inlandorientierten Banken sank die Profitabilität 2025 leicht. Der Grund: ein tieferer Erfolg im Zinsengeschäft und engere Zinsmargen. Die Stresstests der Nationalbank zeigen dennoch, dass die meisten Institute dank ihrer Kapitalpuffer auch Negativszenarien tragen können.

Verletzlich bleiben inlandorientierte Banken bei einem bestimmten Szenario: ein deutlicher Zinsanstieg kombiniert mit einer Preiskorrektur am Immobilienmarkt. Deshalb hält die SNB den antizyklischen Kapitalpuffer weiterhin auf dem gesetzlichen Maximum von 2,5 Prozent. Für Führungspersonen, die ihre Betriebsliegenschaft als Kreditsicherheit einsetzen, lohnt sich ein Blick auf dieses Szenario. Eine Neubewertung im Ernstfall kann die Kreditkonditionen direkt beeinflussen.

UBS, Too-big-to-fail und Ihre Hausbank

Der Bericht bekräftigt zudem die Haltung der SNB zu schärferen Kapitalregeln für die UBS. Die Notenbank unterstützt die geplante vollständige Unterlegung ausländischer Tochtergesellschaften mit Eigenkapital, wie sie der Bundesrat vorschlägt. Grund ist die durch die Übernahme der Credit Suisse gestiegene Systemrelevanz der nun einzigen Schweizer Grossbank. Die UBS selbst hält die Massnahmen für unverhältnismässig, erfüllt die geforderten Kapitalquoten laut Bericht aber bereits heute.

Diese Debatte betrifft auch kleinere Unternehmen, wenn auch indirekt. Der Wegfall der Credit Suisse hat die Bankenlandschaft in der Schweiz konzentriert. Wer als Führungsperson nur eine einzige Hausbankbeziehung pflegt, sollte das im Rahmen der eigenen Risikoführung reflektieren, wie es auch der Beitrag Risiko ist Chefsache beim KMU Leaders Campus beschreibt. Eine zweite Bankbeziehung ist kein Misstrauensvotum, sondern ein Element solider Finanzführung.

Drei Schritte für die zweite Jahreshälfte

Drei Ableitungen aus dem Bericht sind für die Finanzführung Ihres KMU konkret nutzbar. Erstens: Nutzen Sie das stabile Zinsumfeld, um anstehende Finanzierungsgespräche jetzt zu führen, nicht erst im vierten Quartal. Zweitens: Bereiten Sie Bonitätsunterlagen und Sicherheitenwerte sauber auf, denn Banken prüfen unter Basel III final genauer. Drittens: Prüfen Sie Ihre Abhängigkeit von einer einzelnen Bankbeziehung, besonders wenn Immobilienwerte als Sicherheit dienen.

Wer die eigene Finanzführung jetzt strukturiert angehen will, findet im Seminartag So planst du deine Ressourcen richtig des KMU Leaders Campus einen praxisnahen Einstieg.

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