Konkurswelle rollt: warum Liquiditätsmanagement jetzt zur Chefsache wird

Die Firmenkonkurse in der Schweiz haben sich im ersten Quartal 2026 mehr als verdoppelt. Wer ein KMU führt, muss seine Liquiditätssteuerung jetzt strukturell anpassen. Drei Hebel entscheiden, ob Ihr Betrieb gestärkt aus ...

Die Zahlen sind ein mechanischer Effekt

Die jüngste Auswertung von Dun & Bradstreet, über die 20 Minuten diesen Frühling berichtete, zeigt für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Firmenkonkurse um rund 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt eröffneten die Schweizer Konkursämter 3’074 Verfahren. Hinter dem Sprung steht nicht eine plötzliche Konjunkturkrise. Hauptursache ist die Revision des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs, die seit Anfang 2025 in Kraft ist. Steuerbehörden und Sozialversicherungen müssen offene Forderungen seither konsequent über das Konkursverfahren eintreiben.

Drei Branchen tragen die Hauptlast

Wie blue News unter Berufung auf die Branchenauswertungen festhält, trifft die Welle vor allem Bau, Gastronomie und Detailhandel. Im Bau liegt der Anstieg laut den ausgewerteten Daten bei 242 Prozent. Hohe Materialkosten, ein angespannter Auftragseingang und die nun harte Linie der öffentlichen Hand wirken zusammen. Regional führt der Kanton Thurgau mit einem Plus von rund 300 Prozent, gefolgt von Basel-Landschaft und Bern. Für Führungspersonen in betroffenen Branchen heisst das: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde oder ein Zulieferer ausfällt, ist heute deutlich höher als noch vor zwölf Monaten.

Drei Hebel, die jetzt entscheiden

Erstens, Debitorenmanagement. Wenn die öffentliche Hand offene Forderungen mit dem Konkurs durchsetzt, verändert sich auch die Reihenfolge in der Gläubigerschlange. Wer als KMU drei Wochen mit der Mahnung zuwartet, verliert in dieser neuen Logik. Ein wöchentlicher Forderungsspiegel, klare Eskalationsstufen und eine konsequente Skonto-Politik sind keine Buchhalterthemen. Sie sind Führungsentscheide.

Zweitens, rollierende Liquiditätsplanung. Wie Cash in einer Analyse zur neuen Konkurslage anführt, geraten besonders Unternehmen mit dünner Cash-Decke in den Sog. Eine 13-Wochen-Vorschau ist im Mittelstand inzwischen Standard. Wer das noch nicht hat, sollte den Aufbau diese Woche starten. Eine gepflegte Excel-Lösung reicht für den Anfang. Wichtig ist die wöchentliche Aktualisierung mit echten Bank-Salden, nicht das Tool.

Drittens, Kunden- und Zulieferer-Monitoring. Klumpenrisiken werden zu Existenzrisiken, sobald die ersten Kettenreaktionen einsetzen. Wer mehr als 20 Prozent seines Umsatzes mit einem Kunden macht, braucht einen Plan B. Ein einfacher Risiko-Scan auf den Top-10-Kunden, ergänzt um eine Bonitätsprüfung über Creditreform oder vergleichbare Anbieter, ist in wenigen Stunden umsetzbar und liefert Ihnen die Frühindikatoren, die Sie für die nächste Vorstandssitzung brauchen.

Was die Welle nicht ist

Bei aller Dramatik in den Schlagzeilen, eine Lesehilfe. Die Welle ist nicht primär konjunkturell. Wie SRF in seiner Berichterstattung ausführt, sehen die Statistik-Anbieter die Reform und nicht die Wirtschaftslage als Hauptursache. Parallel zu den Konkursen liegen die Neugründungen auf einem historischen Hoch, was auf eine intensive Marktbereinigung hinweist. Für gut geführte Betriebe ist das eine Chance. Wer Liquidität, Bonität und Cashflow strukturell beherrscht, gewinnt Marktanteile, übernimmt Kapazitäten und Aufträge und kann sich Talente sichern, die plötzlich frei werden.

Die Führungs-Konsequenz

Liquidität ist kein Thema, das man der CFO-Funktion oder der Treuhand überlässt. Es ist das harte Pflichtenheft jeder Geschäftsführung. KLC-Partner wie PostFinance bieten KMU-spezifische Cash-Management-Werkzeuge, mit denen sich Forderungslaufzeiten messbar verkürzen lassen. zurichnetgroup unterstützt bei der Digitalisierung von Finance- und Buchhaltungsprozessen, die das Forderungsmanagement automatisierbar machen. Wer die drei Hebel jetzt zieht, kommt gestärkt aus der Marktbereinigung. Wer wartet, riskiert, selbst zur Statistik beizutragen.

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