Vorsichtiger Aufschwung: Was die KMU-Stimmung im Sommer 2026 für Ihre Führungsagenda bedeutet

Die Stimmung bei Schweizer KMU hellt sich leicht auf, sowohl bei Industrie- als auch bei Exportbetrieben. Für die Führung bedeutet das keine Entwarnung, sondern eine Gelegenheit: Die Basis stabilisiert sich, doch der starke Franken bleibt die eigentliche Front.

Der Befund in Kürze

Zwei Barometer zeigen im Juni die gleiche Richtung. Der von Raiffeisen erhobene KMU-Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg auf 49,4 Punkte, nach 48,4 im Mai. Der Index bleibt damit den zweiten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Richtung stimmt aber wieder.

Parallel dazu zeigt eine Umfrage der Exportförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise unter mehr als 200 KMU: Die Exportstimmung liegt bei 64,4 Punkten, ein leichter Anstieg gegenüber 63,5 vor einem halben Jahr. Jedes zweite Unternehmen erwartet für die kommenden sechs Monate steigende Exporte.

Zwei Barometer, ein Bild: vorsichtiger Rückenwind

Beim PMI legten vier von fünf Subkomponenten zu, allen voran Produktion, Beschäftigung und Lagerbestände. Einzig der Auftragsbestand bleibt auf tiefem Niveau rückläufig, ein Hinweis auf weiterhin schwache Nachfrage. Wie Moneycab berichtet, stützt sich die etwas aufgehellte Stimmung auch auf die Entspannung im Nahen Osten.

Bei den exportorientierten Betrieben zeigt sich das Bild ähnlich zurückhaltend positiv. Die Exportstimmung habe sich laut S-GE «kaum verändert», gleichzeitig bleibe die Weltlage herausfordernd. Die stabile Ausgangslage sei angesichts der geopolitischen Risiken bemerkenswert.

Der starke Franken bleibt die grösste Sorge

Die Prioritäten der Unternehmen haben sich verschoben. Vor einem halben Jahr war der Zollstreit die Hauptsorge der Exportbetriebe. Heute nennen 61 Prozent der befragten Firmen den starken Franken als grösste Belastung für die kommenden Monate, wie Moneycab unter Berufung auf die S-GE-Umfrage schreibt. Energie- und Rohstoffpreise sowie Unterbrüche in der Wertschöpfungskette gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Für Ihre Führungsagenda heisst das: Der Franken ist kein Randthema mehr. Er gehört auf jede Traktandenliste der Geschäftsleitung.

Was die Führung jetzt konkret tun sollte

Drei Handlungsfelder lassen sich aus den aktuellen Daten ableiten.

Erstens, Währungsrisiko systematisch managen. Prüfen Sie Hedging-Instrumente, Fremdwährungsklauseln in Lieferantenverträgen und die Preisgestaltung in Exportmärkten. Wer den Franken bisher als gegeben hinnahm, sollte das Thema jetzt in der Geschäftsleitung traktandieren.

Zweitens, Kapazität vorsichtig, aber nicht zögerlich planen. Die verbesserten Beschäftigungspläne bei Exporteuren sind ein positives Signal. Der schwache Auftragsbestand mahnt aber zur Szenarioplanung statt zur Vollgas-Investition. Wie bereits im Beitrag zur SNB-Zinsentscheidung eingeordnet, bleibt die tiefe Zinssituation ein Vorteil, den es aktiv zu nutzen gilt, statt ihn nur zu verwalten.

Drittens, den Aussenhandel im Blick behalten. Die Verschiebung von der Zollsorge zur Frankensorge zeigt, wie schnell sich geopolitische Risiken verschieben. Wer die Auswirkungen der laufenden US-Zollfrist bereits eingeordnet hat, sollte dieselbe Übung jetzt auf das Währungsrisiko übertragen.

Stabilität nutzen, nicht verwalten

Die Botschaft der aktuellen Zahlen ist keine Entwarnung. Der PMI liegt weiterhin unter der Wachstumsschwelle, der Auftragsbestand harzt. Aber die Richtung hat sich gedreht, und das ist für die KMU-Führung mehr wert als ein einzelner Wachstumswert. Wer die stabilere Basis jetzt für eine strukturierte Absicherung nutzt, statt auf die nächste Schlagzeile zu warten, verschafft sich einen Vorsprung, wenn sich die Auftragslage im zweiten Halbjahr tatsächlich dreht.

Nutzen Sie den Austausch mit anderen Führungspersonen an einem der nächsten KLC-Seminartagen, um Ihre Absicherungsstrategie mit Peers zu vergleichen.

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