Das KOF-Konjunkturbarometer kratzt im Mai an der 100er-Marke, ohne sie zu nehmen. Gleichzeitig planen 46 Prozent der Schweizer Finanzchefs, mittelfristig Lohnkosten durch KI zu senken. Zwei Signale, eine Konsequenz für KMU-Führungspersonen.
Schweizer KMU fühlen sich im Tagesgeschäft krisenfest, doch strategisch fehlt die Tiefe. Der neue KMU-Barometer fällt auf ein Rekordtief, und ausgerechnet die Anpassungsfähigkeit bleibt die grösste Schwachstelle. Genau dort entscheidet sich, wer die kommenden Monate übersteht.
Die Schweizer KMU blicken so düster in die Zukunft wie noch nie. Der neue KMU-Barometer fällt auf −7,3 Indexpunkte, den tiefsten Wert seit Beginn der Erhebung. Wie der Organisator berichtet, verschlechtern sich praktisch alle Teilbereiche gegenüber dem Vorjahr.
Hinter der Zahl steht eine breite Datenbasis. Die NZZ und die Kalaidos Fachhochschule befragten im April rund 495 Führungspersonen aus Schweizer KMU, bereits zum sechsten Mal und im Vorfeld des Swiss Economic Forum. Der negative Wert steht für Pessimismus, ein positiver für Zuversicht.
Die eigentliche Botschaft liegt nicht in der Stimmung, sondern in einer Lücke. Im Tagesgeschäft halten sich die meisten Betriebe für robust: Mehr als die Hälfte stuft die eigene Resilienz als eher bis sehr hoch ein. Auf der strategischen Ebene aber bricht dieses Selbstbild ein.
Knapp ein Fünftel der Unternehmen könnte einen unerwarteten Umsatzeinbruch kaum verkraften, für einzelne wäre er existenzbedrohend. Und weniger als ein Drittel traut sich zu, das eigene Geschäftsmodell innert sechs Monaten grundlegend anzupassen. Operative Stärke täuscht hier über strategische Verwundbarkeit hinweg.
−7,3
Indexpunkte: tiefster Stand seit Beginn des KMU-Barometers
Anpassungsfähigkeit kostet Geld, und genau daran fehlt es. Rund 24 Prozent der Betriebe geben an, aus finanziellen Gründen nicht investieren zu können. Hauptursache ist fehlendes Eigenkapital.
Für Führungspersonen heisst das: Wer in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben will, braucht Reserven, bevor die Krise da ist. Liquiditätsplanung, Finanzierungsstruktur und der Dialog mit Finanzierungspartnern wie PostFinance gehören damit auf die Agenda der Geschäftsleitung, nicht nur in die Buchhaltung.
Der Barometer benennt auch, was Widerstandsfähigkeit stärkt: die Fähigkeit, aus Krisen zu lernen, und die proaktive Auseinandersetzung mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Beides ist weniger eine Frage der Technik als der Führung.
Wie Moneycab mit Verweis auf eine aktuelle EY-Erhebung schreibt, ist KI im Arbeitsalltag vieler Schweizer Unternehmen längst angekommen. Doch die Mehrheit steht erst am Anfang der Skalierung. Der Unterschied zwischen Ausprobieren und Verankern ist eine strategische Entscheidung, keine operative.
Erstens: in Szenarien statt in Plänen denken. Wer zwei oder drei Entwicklungen durchspielt, reagiert schneller, wenn eine davon eintritt.
Zweitens: den Eigenkapital- und Liquiditätspuffer bewusst aufbauen, solange die Lage es zulässt. Reserven sind die Voraussetzung dafür, überhaupt strategisch handeln zu können.
Drittens: Anpassungsfähigkeit institutionalisieren. Das gelingt über die Entwicklung von Führungskräften, belastbare Netzwerke und den ehrlichen Austausch mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern. Genau diesen Rahmen bieten Formate wie die KLC-Praxistage gemeinsam mit Partnern wie Swiss Leaders.
Das Timing könnte kaum passender sein. Diese Woche trifft sich die Schweizer Wirtschaft am Swiss Economic Forum in Interlaken, und die Widerstandsfähigkeit steht im Zentrum. Der Barometer liefert dazu die unbequeme Diagnose. Die Antwort darauf geben nicht die Rahmenbedingungen, sondern die Führung.
Im KMU Leaders Campus weiterdenken Strategische Resilienz lernt man nicht im Tagesgeschäft, sondern im Austausch mit anderen Führungspersonen. Die KLC-Praxistage und die Campus Impulse am Abend setzen genau hier an: Szenarien durchspielen, Geschäftsmodelle hinterfragen, Erfahrungen teilen. Mit Partnern wie PostFinance (Finanzierung), Swiss Leaders (Führungsnetzwerk), SWICO (Digitalisierung) sowie den Hochschulpartnern HWZ und HSLU verbindet der Campus betriebswirtschaftliche Substanz mit einer Community of Practice für KMU-Führung.
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