784 junge ICT-Fachleute erhielten am 1. Juli 2026 in Zürich ihr eidgenössisches Fähigkeitszeugnis. Der Jahrgang zeigt hohe Notenqualität, breit verteilt über Grosskonzerne und kleine Lehrbetriebe. Für KMU-Führung ist das ein Weckruf: Wer selbst ausbildet, sichert sich die Fachkräfte-Pipeline, die der externe Markt nicht liefert.
Am 1. Juli 2026 nahmen 784 ICT-Lernende aus dem Kanton Zürich ihr eidgenössisches Fähigkeitszeugnis entgegen. Wie Netzwoche berichtet, feierten über 2400 Personen den Jahrgang in der Swiss Life Arena in Zürich-Altstetten. Insgesamt traten 824 Kandidatinnen und Kandidaten zur praktischen Abschlussprüfung an. 216 von ihnen erreichten einen Notendurchschnitt von 5,3 oder höher und damit die Auszeichnung «im Rang». Das entspricht über einem Viertel des gesamten Jahrgangs.
Wie Inside IT dokumentiert, verteilen sich die Topnoten breit über Gross- und Kleinbetriebe. Gesamtbester war Hoang Thang Nguyen von Abraxas Informatik mit der Note 5,9. Bei den Betriebsinformatikern gab es gleich drei Bestnoten von 5,5, sie gingen an Timo Blöchlinger von Sensirion, Arian Shkodra von Swisscom und Oliver Staubli von den Embru-Werken. Auch kleinere Lehrbetriebe wie AVQ Winterthur oder die Twofold Academy stellten Spitzenabsolventinnen und -absolventen. Ausbildungsqualität hängt also nicht von der Unternehmensgrösse ab, sondern vom Engagement des Lehrbetriebs.
Der Fachkräftemangel in der ICT-Branche bleibt strukturell, unabhängig von kurzfristigen Konjunkturschwankungen. Wer als KMU auf den externen Arbeitsmarkt wartet, konkurriert dort mit Grosskonzernen um dieselben wenigen Fachkräfte. Wer stattdessen selbst ausbildet, baut sich eine eigene, planbare Pipeline auf. Dieses Prinzip gilt längst nicht mehr nur für die ICT-Branche, sondern für jede Fachkräfte-Lücke in Ihrem Betrieb.
Erstens: Behandeln Sie Lehrstellen als strategisches Ziel, nicht als HR-Restposten. Legen Sie eine Zielgrösse für Lernende pro Abteilung fest und prüfen Sie diese quartalsweise wie jede andere Kennzahl.
Zweitens: Investieren Sie gezielt in Ihre Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Der Verband zeichnete dieses Jahr Bruno Bertelli von Abraxas Informatik unter über 40 Nominierten als besten Berufsbildner aus. Gute Ausbildung entsteht durch gute Ausbildende, nicht durch ein Reglement.
Drittens: Denken Sie Berufsbildung als Teil Ihrer Rekrutierungsstrategie, nicht als Kostenposition. Welche drei Hebel dafür konkret wirken, haben wir im Beitrag Berufsbildung unter Druck: Drei Hebel, mit denen KMU jetzt ihre Lehrlinge sichern zusammengefasst.
Dieses Muster betrifft nicht nur die ICT-Branche. Im Beitrag Der Arbeitsmarkt dreht, die Knappheit bleibt haben wir das bereits eingeordnet. Für KMU-Führung verschiebt sich nicht das Problem, sondern die richtige Antwort darauf. Die eigene Ausbildung ist eine der wenigen Antworten, die ein Unternehmen vollständig selbst in der Hand hat.
Am KMU Leaders Campus tauschen sich Führungspersonen genau über solche Fragen aus. Zum Beispiel, wie Sie mit begrenzten Ressourcen eine eigene Talent-Pipeline aufbauen, die nicht vom externen Arbeitsmarkt abhängt.
QUELLEN
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