Der Bundesrat hat fünf neue Regulierungsbereiche zur Überprüfung freigegeben. Für Schweizer KMU ist das ein Signal, aber kein Grund zum Abwarten. Wer Bürokratie als Führungsthema behandelt, gewinnt Zeit und Spielraum ...
Mitte Mai hat der Bundesrat die Themen für die Bereichsstudien 2026 festgelegt. Geprüft werden Vereinfachungen bei Freihandelsabkommen, in der Klimaregulierung, im Datenschutz, im Spielzeughandel und in der Kapitalmarktförderung. Wie das WBF mitteilte, gingen aus Kantonen, Verbänden und Departementen über dreissig Vorschläge ein. Es ist das zweite Mal, dass der Bund solche Bereiche bestimmt. Die ersten vier Studien aus dem Vorjahr, unter anderem zum Beschaffungswesen und zu Einsprachen bei Bauprojekten, laufen noch. Ergebnisse sollen bis Ende Jahr vorliegen.
Grundlage ist das Unternehmensentlastungsgesetz, seit 2024 in Kraft. Es verpflichtet den Bundesrat, jährlich drei bis fünf Regulierungsbereiche systematisch auf Entlastungspotenzial zu prüfen. Parallel läuft seit Ende März der RegMonitor, ein öffentliches Dashboard zur Regulierungsbelastung. Am Schweizerischen Gewerbekongress vom fünften Mai brachte SECO-Direktorin Helene Budliger Artieda die Lage auf den Punkt. Mit Blick auf die Bürokratie im Inland sagte sie, man habe die Balance verloren. Wie die Schweizerische Gewerbezeitung berichtet, nannte sie EasyGov, den Online-Schalter für Behördengänge, als konkreten Entlastungshebel.
Der Abbau bestehender Vorschriften bleibt zäh. Budliger sprach von harter, detailreicher Knochenarbeit. Die Vereinfachung der Preisbekanntgabeverordnung etwa habe zwei Jahre gedauert. Der Schweizerische Gewerbeverband fordert deshalb eine Regulierungskostenbremse, die der Bundesrat bisher ablehnt. Wie Moneycab berichtet, betont sgv-Direktor Urs Furrer, einfache und verständliche Gesetze seien kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Gerade KMU spüren die Last, weil ihnen die Ressourcen fehlen, um komplexe Vorgaben nebenbei zu bewältigen.
Erstens: Kennen Sie Ihre eigenen Regulierungskosten. Wer beziffert, wie viele Stunden pro Monat in Bewilligungen, Meldungen und Nachweise fliessen, kann gezielt priorisieren und delegieren. Diese Zahl gehört auf die Traktandenliste der Geschäftsleitung, nicht in eine Schublade.
Zweitens: Nutzen Sie die digitalen Schalter. Über EasyGov lassen sich Bewilligungs- und Meldeverfahren an einem Ort abwickeln. Der Aufwand der Ersteinrichtung zahlt sich aus, sobald wiederkehrende Behördengänge anfallen.
Drittens: Bringen Sie Ihre Stimme ein. Die Bereichsstudien beziehen betroffene Unternehmen bewusst mit ein. Über Branchen- und Wirtschaftsverbände, etwa Swiss Leaders, können Sie konkrete Schwachstellen melden, statt nur über Bürokratie zu klagen. Wer mitredet, prägt das Ergebnis.
Die politische Maschinerie ist in Bewegung, doch sie arbeitet in Jahren, nicht in Quartalen. Für Sie als Führungsperson zählt, was Sie selbst steuern: Transparenz über den eigenen Aufwand, konsequente Digitalisierung und eine aktive Rolle im Verbandsdialog. So wird aus einem politischen Dauerthema eine operative Aufgabe mit klarer Verantwortung.
Quellen
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